Hämorrhoiden während und nach der Schwangerschaft

Hämorrhoiden in der Schwangerschaft

„Hämorrhoiden während und nach der Schwangerschaft sind nichts unnatürliches!“ Wie Sie sie trotzdem schnell und effizient wieder loswerden!

Hämorrhoiden während einer Schwangerschaft und nach der Geburt sind keine Ausnahme und schon gar kein Grund zur Panik. In den allermeisten Fällen sind sie nämlich vollkommen ungefährlich; auch für Ihr Baby besteht keine Gefahr! Trotzdem sind die Hämorrhoiden eine lästige Nebenerscheinung einer Schwangerschaft und machen manchen Frauen nach der Geburt ihr Leben zusätzlich schwer.

Ursachen für Hämorrhoiden während der Schwangerschaft

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ls erstes muss klar gestellt werden, dass sich Hämorrhoiden nicht von heute auf morgen entwickeln, sondern über mehrere Monate oder sogar Jahre hinweg. Das heisst, dass die Schwangerschaft niemals die einzige Ursache für eine Erkrankung ist. Vielmehr begünstigt sie die Entwicklung von Hämorrhoiden auf verschiedene Arten:

  • Der wachsende Fötus dehnt seine unmittelbare Umgebung aus und erhöht somit den Druck auf den Beckenbereich. Dies erleichtert die Entstehung von Hämorrhoiden. Bei der Geburt steigt der Druck nochmals an, was oft nochmals zu einer Verschlimmerung der Situation führt.
  • Die Gewichtszunahme beeinträchtigt den Blutrückfluss in den Gefässen und zieht somit auch die Durchblutung des Darms in Mitleidenschaft. Die wachsende Gebärmutter engt den Darm zusätzlich ein und erschwert auch nochmals die Durchblutung. Das Ergebnis ist eine Verstopfung und in einigen Fällen eine verlangsamte Darmtätigkeit. Beides begünstigt die Entwicklung von Hämorrhoiden.
  • Schwangere Frauen sind oft leicht reizbar und gestresst. Stress wirkt sich bekanntlich negativ auf die Verdauung aus und erhöht somit das Risiko auf Hämorrhoiden.
  • Die hormonelle Umstellung lockert das Anal- und Bindegewebe. Ähnlich wie bei einer genetisch bedingten Bindegewebsschwäche steigt die Chance auf eine Erkrankung beträchtlich.

Wer vor der Schwangerschaft noch nie Symptome von Hämorrhoiden bemerkt hat, ist sie übrigens im Normalfall nach der Geburt schnell und ohne grossen Aufwand wieder los.

Hämorrhoiden während der Schwangerschaft vorbeugen

Hämorrhoiden vorzubeugen ist eigentlich erstaunlich leicht. Man muss oft lediglich seinen Lebensstil und seine Essgewohnheiten etwas anpassen. Hier sind einige Tipps, wie Sie dies bewerkstelligen:

  • Achten Sie auf ausreichend Bewegung. Spaziergänge und Yoga sind tolle Möglichkeiten, sich auch während einer Schwangerschaft sportlich zu betätigen. Dies regt ihr Herz-Kreislauf-System und die Verdauung an.
  • Versuchen Sie, jegliche Art von Stress zu vermeiden. Schwangere Frauen sind leider stark reizbar und sehr stressanfällig, was sich negativ auf das Verdauungssystem auswirkt.
  • Beckenbodenübungen sind besonders in der Schwangerschaft eine hervorragende Möglichkeit, Ihre Schliessmuskeln zu trainieren und somit Hämorrhoiden vorzubeugen. Fünf Minuten täglich reichen dabei vollkommen aus. Das Tolle daran ist, dass die Übungen so ziemlich zu jedem Zeitpunkt und an jedem Ort praktiziert werden können.

Versuchen Sie es zu Beginn mit dieser einfachen Grundübung: Spannen Sie Ihre Muskeln um den Anus und die Vagina an und halten Sie sie für zehn Sekunden, ehe Sie sie wieder entspannen. Wiederholen Sie diesen Vorgang 15-20 Mal. Um optimale Ergebnisse zu erzielen, können Sie diese Übung bis zu drei Mal täglich ausführen.

Die drei eben genannten Massnahmen zur Vorbeugung von Hämorrhoiden sind speziell für schwangere Frauen gedacht. Für weitere Methoden lesen Sie doch bitte den Artikel, der sich mit Hausmittel beschäftigt.

Hämorrhoiden während der Schwangerschaft behandeln

Wie Sie die hartnäckigen Quälgeister behandeln können und den lästigen Juckreiz lindern, erfahren Sie auf zwei separaten Artikeln auf unserer Website. Hier geht`s zu den <Behandlungsmethoden und hier zu den Hausmittelchen.

Um Ihre Schwangerschaft so erträglich wie möglich zu gestalten, ist es sinnvoll, bei einem Hämorrhoiden-Vorfall so früh als möglich einen Arzt aufzusuchen. Dieser kann Ihnen Analtampons und Zäpfchen verschreiben, die Ihr Leiden oft schneller verschwinden lassen als die meisten Hausmittel.

Hämorrhoiden operativ entfernen

Operatives entfernen von Hämorrhoiden ?

„Hämorrhoiden sollten wenn möglich auf natürliche Weise behandelt werden“ – Warum die Medizin nicht auf Operationen steht, es aber doch tut!

Operative Behandlungen von Hämorrhoiden werden in der Praxis nur bei etwa einem Zehntel aller Personen, die mit ihrem Leiden den Arzt aufsuchen, durchgeführt. Grund dafür ist, dass man sich in der Medizin grösstenteils übereinstimmt, dass vor einer Operation erst eine konservative Behandlung in Betracht gezogen werden soll.
Durch eine Änderung der Essgewohnheiten soll nämlich ein wiederholtes Auftreten von Symptomen verhindert werden. Auch die bereits vorhandenen Hämorrhoiden wird man mehrheitlich schon durch die einfache Umstellung der Lebensgewohnheiten wieder los. Dies erklärt zudem, warum sich schliesslich nur ein kleiner Teil einer Operation unterzieht.

Eine Operation erfolgt in der Regel unter Vollnarkose, in einzelnen Fällen auch unter lokaler Anästhesie, und ist mit einem mehrtägigen Krankenhausaufenthalt verbunden.
Die Erfolgschancen sind meist sehr gut, variieren aber von Methode zu Methode und dem Grade der Erkrankung.
Komplikationen treten eher selten auf, jedoch kann es vereinzelt zu Zwischenfällen kommen, welche unter Umständen einer Nachbehandlung bedürfen.
Die häufigsten sind:

  • allergische Reaktionen
  • Infektionen
  • Hautschäden
  • Nachblutungen
  • Stuhlhalteschwächen

Nun sollen die drei bekanntesten Operationsverfahren erläutert werden.

Hämorrhoidal-Arterien-Ligatur (HAL)

Am besten eignet sich die HAL-Methode für Hämorrhoiden frühen dritten Grades. Sie ist besonders beliebt, da sie bei den betroffenen praktisch keinen Schmerz auslöst und ist daher ein sehr angenehmes Verfahren.
Allerdings ist auch die Rezidivquote, also der Anteil der Personen, die nach einem Eingriff erneut an Hämorrhoiden leiden, grösser als bei den anderen Methoden. Viele Patienten nehmen dies jedoch in Kauf und unterziehen sich zu einem späteren Zeitpunkt einfach einem erneuten Eingriff.
Durch eine Ultraschallsonde werden die Versorgungsarterien des Gewebes aufgesucht und dann gezielt unterbunden. Dadurch schrumpfen die angeschwollenen Gefässpolster langsam wieder ab und werden wieder in ihre ursprüngliche Position gebracht, ohne dass dazu Gewebe entfernt werden muss.

Stapler-Methode nach Longo

Dieses Verfahren wird hauptsächlich bei Hämorrhoiden dritten Grades angewendet. Mit einem „Circular Stapler“, einem Klammernahtgerät, werden die Hämorrhoiden wieder an ihrem Ursprungsort fixiert. Man könnte daher auch von „Lifting“ sprechen, da kein Gewebe herausgeschnitten wird, sondern das vorhandene wieder nach oben gezogen wird.
Die Hämorrhoidopexie, wie dieser Eingriff auch genannt wird, erfreut sich grosser Beliebtheit, da er für den Patienten praktisch schmerzfrei verläuft und die Rückfallquote eher gering ist. Mit einem Preis im unteren 5-stelligen Bereich und einem mehrtägigen Krankenhausaufenthalt hat aber auch dieses Verfahren einige Nachteile.

Standard-Methode nach Milligan-Morgan

Ist bei Hämorrhoiden dritten Grades ein konservativer Behandlungsansatz noch relativ erfolgsversprechend, wird dies bei Fällen vierten Grades immer unwahrscheinlicher. Hier empfiehlt es sich tatsächlich, sich einer Operation zu unterziehen, da das Gewebe meist schon irreponibel beschädigt ist.
Eine Hämorrhoidektomie, wie das Verfahren auch genannt wird, ist wie eine Hämorrhoidopexie mit einem mehrtägigen Krankenhausaufenthalt verbunden und bei vielen Leuten nicht sonderlich beliebt. Grund dafür ist, dass der Heilungsprozess nach dem Eingriff, der mehrere Wochen dauern kann, oft starke Schmerzen mit sich bringt.
Dennoch ist die Hämorrhoidektomie bei schwerwiegenden Fällen die vernünftigste Vorgehensweise.
Dabei wird Hämorrhoidalgewebe aus dem After herausgezogen und direkt entfernt, da die Hämorrhoiden schon zu stark ausgeprägt sind, als dass eines der anderen Verfahren noch ein zufriedenstellendes Resultat erbringen würde.

Neben der Millgan-Morgan Methode, die auch als „offene Hämorrhoidektomie bezeichnet wird, gibt es noch drei weitere Herangehensweisen:

  • Geschlossene Hämorrhoidektomie nach Ferguson
  • Rekonstruktive Hämorrhoidektomie nach Fansler-Arnold
  • Supraanodermale Hämorrhoidektomie nach Whitehead

Die Hämorrhoidektomie wird schon seit rund 75 Jahren praktiziert und ist daher die älteste der drei aufgelisteten Verfahren. Sie verliert jedoch seit zwei Jahrzehnten zunehmend an Bedeutung, da Nebeneffekte wie Schmerzen und eine lange Genesungsdauer die Leute von dieser Methode abschrecken und man es heutzutage vorzieht, frühzeitig seinen Arzt aufzusuchen.